![]() |
| Der Weg ist das Ziel |
Es wird mal wieder Zeit, haben wir uns gedacht, neue Informationen ueber unseren Verbleib preiszugeben. Glueckspilze, die wir nun einmal sind, hat uns die Familie Giese eingeladen, eine Weile bei ihnen zu wohnen. Wer koennte da schon widerstehen? Nach endlos langer Reiserei haben die bereits verwilderten Goeren wieder einen Ort gefunden, an dem sie sich heimisch fuehlen konnten. Instant Nudeln wurden eingetauscht gegen richtige Mahlzeiten (und zwar 4 Stueck davon!) und Sightseeingtouren gegen jede Menge Schlaf; liegt sich auch viel besser auf nem richtigen Bett. Ziehmama Angelika hat uns nach entbehrungsreichen Wochen wieder aufgepaeppelt, waehrend Hausherr Bernd mit unterhaltsamen Geschichten ueber kanadische Ungeheuer auf verschneiten Strassen den Abend gestaltete. Doch der Gastfreundschaft nicht genug - Familie Giese entfuehrte uns zudem in ihr kleines Domizil auf der malerischen Insel Saturna Island mit Ausblick auf den pazifischen Ozean. Wo laesst sich die Stille der Natur besser geniessen als hier?! Welch eine Abwechslung verglichen mit den laermenden Strassen amerikanischer Grossstaedte! In Einheit mit unserer Seele machten wir uns auf, den oertlichen Nationalpark zu erkunden, in dem sich ein gigantischer Wasserfall verbergen soll. Unser Weg blieb erfolglos, bis wir ein leises Drippen hoerten und sahen, wie sich ein kleines Rinnsal ueber die Felswand ergoss - so viel dazu. (Der Wasserfall ist naemlich nur im Winter zur Regenzeit zu sehen) Nach so viel Beinarbeit duerfen die Arme natuerlich nicht zu kurz kommen, also haben wir uns die Kayaks von den Nachbarn Sue und Rob geliehen, um damit ueber den Pazifik zu gleiten. Unser Aufenthalt auf Saturna wahrte leider nicht so lang, denn Thanksgiving stand vor der Tuer! Und einiges war vorzubereiten, denn die Familie hatte sich angekuendigt. Mit unserer Hilfe wurde der 8 kg schwere Truthahn zubereitet und vor allem aufgegessen :D Kurz darauf folgte auch schon das naechste freudige Ereignis: Renees Mama Ines kam zu Besuch und brachte Kinderschokolade und andere tolle Sachen mit. Viel Zeit zum Ruhen blieb ihr nicht, denn wir hatten so einiges mit ihr vor. Noch schnell ein paar Sachen gepackt und dann sollte es los gehen. Erster Halt: Whistler! Hier finden 2010 die olympischen Winterspiele statt, da wollten wir es uns dementsprechend nicht entgehen lassen, einen kurzen Blick in dieses wunderschoene verschlafene Oertchen zu werfen. Ein bisschen Shopping hier, ein bisschen Schlendern da und schon sassen wir wieder im Auto. Die Duffylakeroad entlang, in die Taeler und Berge der Rocky Mountains bis nach Kamloops, wo der erste Tag unserer Reise durch die Weiten British Columbias endete. Am naechsten Morgen mussten wir dann frueh aufstehen, da wir uns schon das naechste Ziel gesetzt hatten. Wir rollten also froehlich und munter die Rockies rauf und runter bis es ploetzlich etwas stuckte. Was war das? Gott sei dank befanden wir uns in diesem unheimlichen Moment auf der Hauptstrasse des kleinen Doerfchens Clearwater und konnten somit die naechstbeste Werkstatt heimsuchen. Bob, der Mechaniker konnte uns leider nicht viel sagen und schickte uns zum Spezialisten. Terance, ein Transmission-Profi sollte uns an dieser Stelle also weiterhelfen. Doch was heisst Transmission eigentlich? Diese Frage hoben wir uns fuer spaeter auf, denn es hatte so oder so ganz sicher irgendetwas mit Autos zu tun. Da standen wir also, von 4 Mechanikern mit schmerzverzerrten Gesichtern umgeben. "Das wird teuer", sagte man uns."Eure Transmission ist kaputt!" Nun gut, jetzt war es doch an der Zeit das Woerterbuch zu schnappen und nachzugucken. Transmission = Getriebe. Uhh, das konnte nichts Gutes heissen, das wussten wir. Doch noch war uns nicht bewusst, welche Folgen dieses Malheur hatte. Der Kostenvoranschlag fuer das Einsetzen eines neuen Getriebes liess uns das Wasser in Augen schiessen: 2000 Dollar, also ca. 1600 Euro. Die Alternative, ein Gebrauchtes zu verwenden, kam leider nicht in Frage, denn trotz aller Anstrengungen konnte sich im Umkreis der 350 Seelen-Stadt kein geeignetes Getriebe finden. Ganz abgesehen davon, dass das auch nicht wesentlich guenstiger wurde. Was nun? Wie sollten wir ohne Auto mit unserem ganzen Zeug nach Toronto kommen oder wenigstens erstmal bis nach Vancouver, um Renees Mama puenktlich zum Flughafen zu kutschieren? Nach vielem Hin- und Hergerede und tausenden Beratungsgespraechen mit saemtlichen Mechanikern, die Clearwater zu bieten hatte, beschlossen wir uns auf die Suche nach einem anderen Auto zu begeben. Viel Auswahl gab es leider nicht, aber wir wurden auf ein Auto von einer Floristin hingewiesen, dass in sehr gutem Zustand sein sollte. Wir traten also die weite Reise dahin an und es dauerte keine 5 Minuten, bis wir uns sicher waren, dass das unser naechstes Gefaehrt werden sollte.
Doch so einfach gestaltete sich der Kauf des Luxuswagens nicht, denn er war eigentlich schon jemand anderem versprochen. Renee legte alle Ueberredungskuenste an und versuchte die nette Frau verzweifelterweise sogar mit Onionrings zu bestechen. Nach einiger Zeit gab die nette Dame dann schliesslich auf und realisierte, das wir das Auto wesentlich dringender braeuchten als irgendwer sonst. Der ganze Spass sollte uns 2700 Dollar kosten, die wir noch mit Muehe und Not aufbringen konnten (Die Spendenhotline ist bereits freigeschaltet). So kamen wir in den Besitz eines neuen Autos und lernten aus unseren Fehlern: Terance sollte vorher einen Check machen, um sicherzustellen, das diesmal kein besonders wichtiges und teures Teil zu Schaden kommt. Doch es schien alles in Ordnung zu sein. Schnell noch alles umgepackt, die neu gekauften All-Season Reifen abgeschraubt und ins neue Auto verfrachtet und mit neuen Winterreifen und Eddie Bauer Ledersitzen ab nach Jasper. Dort angekommen haben wir ersteinmal ein heisses Bad im moteleigenen Whirlpool genossen. Total entspannt machten wir uns dann am spaeten Abend noch auf den Weg, Jasper zu erkunden und stiessen auf ein paar Elchkuehe, die es sich vor unserem Motel gemuetlich machten und das gruene, saftige Gras auf dem Mittelstreifen der Strasse mampften. Dieses Abenteuer mussten wir erstmal verdauen und so lud uns Renees Mama zu einem Drink in einem echt kanadischen Pub ein.
Am naechsten Tag stand uns der schoenste Teil unserer Reise bevor. Wir fuhren den Icefieldparkway von Jasper nach Banff und kamen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Ein verschneiter Berg toppte den naechsten. An einem Aussichtspunkt machten wir Halt, um erste Erfahrungen mit dem kanadischen Schnee zu machen. Doch das war Nichts gegen das, was uns auf dem Atabaska Gletscher begegnete: Riesige Schnee- und Eislandschaften taten sich vor uns auf. Bei minus 15 Grad (gefuehlten minus 40) bestiegen wir Mount-Everest-gleiche Gipfel und steckten bis zur Huefte im Schnee (Anmerkung: im Oktober). Zwischenziel war Louises namensverwandter Gletschersee Lake Louise, der meist fotografierteste See Nordamerikas - dort machten wir schnell ein paar Fotos um der Legende gerecht zu werden und setzten unseren Weg fort nach Banff. Das kleine Wintersportstaedtchen mitten im Banff Nationalpark ist einer unserer Favoriten geworden auf der Reise durch Kanada, ein grosser Pluspunkt sind die Bow Falls am Rande der Stadt, wunderhuebsche Wasserfaelle umrahmt von, naja, der typisch kanadischen Landschaft eben.
Voller neuer Eindruecke und im nagelneuen Auto machten wir uns auf den langen Rueckweg nach Vancouver. Interesse- und Shoppinghalber unternahmen wir noch 2 kurze Staedtetrips nach Seattle und Victoria, wo wir die aufregende Erfahrung eines Bubbleteas machten. Dann war leider auch schon der Tag gekommen an dem Ines uns verlassen musste und zugleich auch unser letzter Tag in Vancouver, den wir mit einem Besuch im Vancouver Aquarium haben ausklingen lassen - dort gab es Delphine zu bestaunen und Belugas und lauter Tiere, die sonst noch so im Meer kreuchen und fleuchen. Wir haben uns am Ende des Besuchs noch zu einer Kostprobe ganz besonderer Art hinreissen lassen: getrocknete Grille mit Schinken-Kaese-Geschmack - sind wir mutig, he? Doch schnell genug holte uns die Realitaet wieder ein: Am 1. November begann unser neues Leben als hartarbeitende Weinpflueckerinnen auf Saturna Island. Wie gut, dass wir die pinken Gummistiefel haben!

15 Kommentare:
mensch, eure fotos sind ja echt mal wieder toll und ines scheints auch gefallen zu haben :)
aber...also...wieviele schuhe und jacken habt ihr mit? besonders renee^^?
in jedem ort ne neue jacke und neue schuhe an^^
nicht schlecht!!
kussi
schon bemerkenswert, nach solch langer und harter Arbeit auch noch zu geistigen Ergüssen fähig zu sein. Aus euch kann ja vielleicht doch noch was werden :) Ich wollte mich an dieser Stelle noch mal ganz herzlich bei euch und natürlich bei Angelika und Bernd bedanken. Es hat trotz der "kleinen" Pannen großen Spass mit euch gemacht. Die Leichtigkeit, mit der ihr die Dinge angeht kann zwar gefährlich sein, bringt aber auch der ganzen Sache etwas Konstruktives und steckt im positiven Sinne an. Euer Bemühen um mein Wohl während meiner kurzen Begleitung war ganz rührend. Die Reisebeschreibung ist super treffend. Alles Liebe von zu Haus
was ich mich die ganze zeit frage ist...man liest nur davon was ihr euch kauft was ihr macht und tut und bei wem ihr zu besuch seid...aber wo verdammt nochmal habt ihr die ganze kohle dafür her? habt ihr ne bank überfallen...ihr habt doch erst einmal gearbeitet...also von dem was ich bis jetzt gelesen und an fotos gesehen hab, habt ihr eigtl nur urlaub gemacht! ^^
faulen schweine...xD
Na, endlich mal wieder ein Lebenszeichen. Dachte schon, ihr seid immer noch "schlaflos in Seattle"
Durch irgendein Mißgeschick ist mein letzter Kommentar im vorigen Monat gelandet.
Bin eben doch kein echter Blogger.
Die Fotos sind echt Klasse.
Man sieht, dass ihr viel Spaß habt.
Nun beginnt mit der Weinlese ja wohl die Arbeitszeit. Da wird ja endlich die Dollarquelle sprudeln.
Haltet Euch warm. Viele Grüße aus Berlin.
Der Onkel und die Tante
Für mich als Mathe-schwachen...Kostenvoranschlag Reparatur 2000 Dollar - neues Auto 2700. Was stimmt an diesem Bild nicht...? Und dann noch Shoppen in Seattle. Verratet mir mal das Geheimniss, wie ich das auch ohne Arbeit schaffe ;-)
fuer alle anonymen unter euch: eure kommentare werden sowieso nicht gelesen oder zumindest nicht fuer voll genommen.
falls das noch nicht bekannt ist, wir arbeiten gerade ne ganze menge und das 7 tage die woche. noch dazu war ines shoppen in seattle und wir haben uns zurueckgehalten.
so viel dazu.
Dann nehmt es halt nicht für voll. Aber wie war noch dieses Spricwort ? Getroffene Hunde bellen ? Ich kenne jedenfalls Leute die sich Ihren Urlaub erstmal richtig verdienen müssen, und für die 7 Tage Arbeit dafür nicht zuviel ist. Die stoßt Ihr mit Euren Blog-Einträgen Blog vielleicht ziemlich vor den Kopf. Würdet Ihr das für voll nehmen, würdet Ihr vielleicht auch mal drüber nachdenken.
Der Immer-Noch-Anonyme
wer sowas schreibt, sollte doch zumindest die courage besitzen seinen namen zu erwaehnen und sich nicht hinter einem pseudonym zu verstecken. denk mal drueber nach.
Hej, hej
also wenn ich das alles so lese, dann kommen ja doch so ziemlich sehnsuchtsvolle Erinnerungen in mir hoch. Jasper, Banff, Lake Louise (zu meiner Zeit damals im Mai noch total zugeeist (heul)), Kamloops und so weiter und so fort - ach was war es in den Rockies schön!!! Seufz - wäre jetzt auch gern dort drüben.
Machts euch weiterhin schön und lasst euch nicht ärgern!!
Viel Spass und herzliche Grüsse aus der Großbeerenstrasse ;-)
Hallo meine Liebe,
Alles Gute zum Geburtstag ! Ein schöneres Geschenk als in Kanada zu feiern kann ich mir nicht vorstellen, deswegen wünsche ich (trotz deines jungen Alters) vor allem Gesundheit !!!
Hab`einen schpnen Tag. Auch wenn ich nicht "blogge" (Heisst so ?) lese ich immer fleissig mit.
Liebe Louise,
nun lernt deine oma noch computer, da staunst du, was! Ich gratuliere noch ganz herzlich zu deinem Geburtstag und hoffe du hattest viel Spaß. Eigentlich dachte ich du kommst zu Weihnachten nach Hause, aber nun müssen wir wohl alleine feiern. Aber wir werden an euch denken und telefonieren. Liebe Grüße aus Nienhagen von deiner Oma
hey ihr zwei, ich wünsche euch frohe und besinnliche Weihnachten, ich hoffe ihr verbringt die tage im warmen und habt vllt sogar nen braten;)
liebe grüße josi
Hey ihr beiden!
Ich hoffe, ihr hattet schöne Weihnachten - hab ja gelesen, dass es sehr schneereich ist - wunderbar... da kann Berlin natürlich nicht mithalten! :)
Wann kommt der neue Blogeintrag??
Wurdet ihr eigentlich mittlerweile bei AuD ausgetrahlt?? Hab ich das verpasst?
Wo feiert ihr nun Silvester? New York?
Naguti, macht euch schöne letzte 2008-Tage !
liebe Grüße,
Theresa
Weihnachtsgrüße aus Kanada, wow!
Es war und ist immer schön zu hören, dass es euch gut geht, Mädels.
Besonders die Kalifornien-Bilder haben mich ganz wehmütig gemacht. In Kanada wäre es mir, auch mit Stricksocken, zu kalt auf die Dauer. Lasst es euch die letzten Wochen gut gehen. Gruß Elke
Hallo, Louise, vielen Dank für deine Weihnachtskarte, schön, dass du bei all deinen Abenteuern an uns gedacht hast. Habe heute in eueren Blog geschaut (Zeitmangel - wie immer)- ist bestimmt ziemlich aufregend bei euch. Waren im November auf Phuket. 34 Grad Tag und Nacht -Traumurlaub. Die Minusgrade, die euch erwarten, sind bestimmt nicht so toll. Wünschen euch für den Jahreswechsel alles Gute und für 2009 noch eine schöne Zeit.
Kommentar veröffentlichen