Freitag, 7. November 2008

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel


Es wird mal wieder Zeit, haben wir uns gedacht, neue Informationen ueber unseren Verbleib preiszugeben. Glueckspilze, die wir nun einmal sind, hat uns die Familie Giese eingeladen, eine Weile bei ihnen zu wohnen. Wer koennte da schon widerstehen? Nach endlos langer Reiserei haben die bereits verwilderten Goeren wieder einen Ort gefunden, an dem sie sich heimisch fuehlen konnten. Instant Nudeln wurden eingetauscht gegen richtige Mahlzeiten (und zwar 4 Stueck davon!) und Sightseeingtouren gegen jede Menge Schlaf; liegt sich auch viel besser auf nem richtigen Bett. Ziehmama Angelika hat uns nach entbehrungsreichen Wochen wieder aufgepaeppelt, waehrend Hausherr Bernd mit unterhaltsamen Geschichten ueber kanadische Ungeheuer auf verschneiten Strassen den Abend gestaltete. Doch der Gastfreundschaft nicht genug - Familie Giese entfuehrte uns zudem in ihr kleines Domizil auf der malerischen Insel Saturna Island mit Ausblick auf den pazifischen Ozean. Wo laesst sich die Stille der Natur besser geniessen als hier?! Welch eine Abwechslung verglichen mit den laermenden Strassen amerikanischer Grossstaedte! In Einheit mit unserer Seele machten wir uns auf, den oertlichen Nationalpark zu erkunden, in dem sich ein gigantischer Wasserfall verbergen soll. Unser Weg blieb erfolglos, bis wir ein leises Drippen hoerten und sahen, wie sich ein kleines Rinnsal ueber die Felswand ergoss - so viel dazu. (Der Wasserfall ist naemlich nur im Winter zur Regenzeit zu sehen) Nach so viel Beinarbeit duerfen die Arme natuerlich nicht zu kurz kommen, also haben wir uns die Kayaks von den Nachbarn Sue und Rob geliehen, um damit ueber den Pazifik zu gleiten. Unser Aufenthalt auf Saturna wahrte leider nicht so lang, denn Thanksgiving stand vor der Tuer! Und einiges war vorzubereiten, denn die Familie hatte sich angekuendigt. Mit unserer Hilfe wurde der 8 kg schwere Truthahn zubereitet und vor allem aufgegessen :D Kurz darauf folgte auch schon das naechste freudige Ereignis: Renees Mama Ines kam zu Besuch und brachte Kinderschokolade und andere tolle Sachen mit. Viel Zeit zum Ruhen blieb ihr nicht, denn wir hatten so einiges mit ihr vor. Noch schnell ein paar Sachen gepackt und dann sollte es los gehen. Erster Halt: Whistler! Hier finden 2010 die olympischen Winterspiele statt, da wollten wir es uns dementsprechend nicht entgehen lassen, einen kurzen Blick in dieses wunderschoene verschlafene Oertchen zu werfen. Ein bisschen Shopping hier, ein bisschen Schlendern da und schon sassen wir wieder im Auto. Die Duffylakeroad entlang, in die Taeler und Berge der Rocky Mountains bis nach Kamloops, wo der erste Tag unserer Reise durch die Weiten British Columbias endete. Am naechsten Morgen mussten wir dann frueh aufstehen, da wir uns schon das naechste Ziel gesetzt hatten. Wir rollten also froehlich und munter die Rockies rauf und runter bis es ploetzlich etwas stuckte. Was war das? Gott sei dank befanden wir uns in diesem unheimlichen Moment auf der Hauptstrasse des kleinen Doerfchens Clearwater und konnten somit die naechstbeste Werkstatt heimsuchen. Bob, der Mechaniker konnte uns leider nicht viel sagen und schickte uns zum Spezialisten. Terance, ein Transmission-Profi sollte uns an dieser Stelle also weiterhelfen. Doch was heisst Transmission eigentlich? Diese Frage hoben wir uns fuer spaeter auf, denn es hatte so oder so ganz sicher irgendetwas mit Autos zu tun. Da standen wir also, von 4 Mechanikern mit schmerzverzerrten Gesichtern umgeben. "Das wird teuer", sagte man uns."Eure Transmission ist kaputt!" Nun gut, jetzt war es doch an der Zeit das Woerterbuch zu schnappen und nachzugucken. Transmission = Getriebe. Uhh, das konnte nichts Gutes heissen, das wussten wir. Doch noch war uns nicht bewusst, welche Folgen dieses Malheur hatte. Der Kostenvoranschlag fuer das Einsetzen eines neuen Getriebes liess uns das Wasser in Augen schiessen: 2000 Dollar, also ca. 1600 Euro. Die Alternative, ein Gebrauchtes zu verwenden, kam leider nicht in Frage, denn trotz aller Anstrengungen konnte sich im Umkreis der 350 Seelen-Stadt kein geeignetes Getriebe finden. Ganz abgesehen davon, dass das auch nicht wesentlich guenstiger wurde. Was nun? Wie sollten wir ohne Auto mit unserem ganzen Zeug nach Toronto kommen oder wenigstens erstmal bis nach Vancouver, um Renees Mama puenktlich zum Flughafen zu kutschieren? Nach vielem Hin- und Hergerede und tausenden Beratungsgespraechen mit saemtlichen Mechanikern, die Clearwater zu bieten hatte, beschlossen wir uns auf die Suche nach einem anderen Auto zu begeben. Viel Auswahl gab es leider nicht, aber wir wurden auf ein Auto von einer Floristin hingewiesen, dass in sehr gutem Zustand sein sollte. Wir traten also die weite Reise dahin an und es dauerte keine 5 Minuten, bis wir uns sicher waren, dass das unser naechstes Gefaehrt werden sollte.
Doch so einfach gestaltete sich der Kauf des Luxuswagens nicht, denn er war eigentlich schon jemand anderem versprochen. Renee legte alle Ueberredungskuenste an und versuchte die nette Frau verzweifelterweise sogar mit Onionrings zu bestechen. Nach einiger Zeit gab die nette Dame dann schliesslich auf und realisierte, das wir das Auto wesentlich dringender braeuchten als irgendwer sonst. Der ganze Spass sollte uns 2700 Dollar kosten, die wir noch mit Muehe und Not aufbringen konnten (Die Spendenhotline ist bereits freigeschaltet). So kamen wir in den Besitz eines neuen Autos und lernten aus unseren Fehlern: Terance sollte vorher einen Check machen, um sicherzustellen, das diesmal kein besonders wichtiges und teures Teil zu Schaden kommt. Doch es schien alles in Ordnung zu sein. Schnell noch alles umgepackt, die neu gekauften All-Season Reifen abgeschraubt und ins neue Auto verfrachtet und mit neuen Winterreifen und Eddie Bauer Ledersitzen ab nach Jasper. Dort angekommen haben wir ersteinmal ein heisses Bad im moteleigenen Whirlpool genossen. Total entspannt machten wir uns dann am spaeten Abend noch auf den Weg, Jasper zu erkunden und stiessen auf ein paar Elchkuehe, die es sich vor unserem Motel gemuetlich machten und das gruene, saftige Gras auf dem Mittelstreifen der Strasse mampften. Dieses Abenteuer mussten wir erstmal verdauen und so lud uns Renees Mama zu einem Drink in einem echt kanadischen Pub ein.
Am naechsten Tag stand uns der schoenste Teil unserer Reise bevor. Wir fuhren den Icefieldparkway von Jasper nach Banff und kamen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Ein verschneiter Berg toppte den naechsten. An einem Aussichtspunkt machten wir Halt, um erste Erfahrungen mit dem kanadischen Schnee zu machen. Doch das war Nichts gegen das, was uns auf dem Atabaska Gletscher begegnete: Riesige Schnee- und Eislandschaften taten sich vor uns auf. Bei minus 15 Grad (gefuehlten minus 40) bestiegen wir Mount-Everest-gleiche Gipfel und steckten bis zur Huefte im Schnee (Anmerkung: im Oktober). Zwischenziel war Louises namensverwandter Gletschersee Lake Louise, der meist fotografierteste See Nordamerikas - dort machten wir schnell ein paar Fotos um der Legende gerecht zu werden und setzten unseren Weg fort nach Banff. Das kleine Wintersportstaedtchen mitten im Banff Nationalpark ist einer unserer Favoriten geworden auf der Reise durch Kanada, ein grosser Pluspunkt sind die Bow Falls am Rande der Stadt, wunderhuebsche Wasserfaelle umrahmt von, naja, der typisch kanadischen Landschaft eben.
Voller neuer Eindruecke und im nagelneuen Auto machten wir uns auf den langen Rueckweg nach Vancouver. Interesse- und Shoppinghalber unternahmen wir noch 2 kurze Staedtetrips nach Seattle und Victoria, wo wir die aufregende Erfahrung eines Bubbleteas machten. Dann war leider auch schon der Tag gekommen an dem Ines uns verlassen musste und zugleich auch unser letzter Tag in Vancouver, den wir mit einem Besuch im Vancouver Aquarium haben ausklingen lassen - dort gab es Delphine zu bestaunen und Belugas und lauter Tiere, die sonst noch so im Meer kreuchen und fleuchen. Wir haben uns am Ende des Besuchs noch zu einer Kostprobe ganz besonderer Art hinreissen lassen: getrocknete Grille mit Schinken-Kaese-Geschmack - sind wir mutig, he? Doch schnell genug holte uns die Realitaet wieder ein: Am 1. November begann unser neues Leben als hartarbeitende Weinpflueckerinnen auf Saturna Island. Wie gut, dass wir die pinken Gummistiefel haben!

Samstag, 4. Oktober 2008

Einmal Mexiko und zurueck!

Einmal Mexiko und zurueck


So lange habt ihr nun schon nichts von uns gehoert. Wie einige von euch wissen, hat sich unsere USA- Ausflugsplanung ein wenig geaendert. San Francisco sollte eigentlich den Endpunkt unseres Trips markieren, doch das Blatt hat sich gewendet. Dazu spaeter.

San Francisco war wunderbar. Es gab ne Menge zu entdecken. So haben wir erst einmal San Francisco mit Hilfe der beruehmt beruechtigten Cablecars besichtet und sind schnell wie der Wind durch die steigungsreichen Gassen gebraust. Der Kultur zuliebe haben wir uns auf eine spannende Erlebnistour durchs Exploratorium gewagt. Mit viel Eigeninitiative und wissenschaftlicher Begeisterung konnten wir dort unsere 7 Sinne auf die Probe stellen. Einige Experimente liessen Erinnerungen an den Physik-Unterricht wach werden: So konnten wir Wasserstrudel und Tornados entstehen lassen, die Brownsche Bewegung nachvollziehen und mit Magneten spielen. Kindheitstraeume wurden wahr, als wir das Riesenseifenblasenbecken entdeckten, dessen Inhalt wir uns ueber den Kopf stuelpten. So verwandelten wir uns fuer einen Tag in kleine Wissenschaftlerinnen.

Kultur war damit also abgehakt, jetzt war es Zeit mal wieder etwas fuer unsere Fitness zu tun. Fuer uns hiess das, ein krasses Bike ausleihen und richtig in die Pedale treten. Doch es sollte nicht irgendein Fahrrad sein, nein, ein Tandem! Spart Kraft und Geld, dachten wir uns. Nix da. Nach der ersten Bruchlandung, einer kaputten Hose und aufgeschuerften Knien, stellte sich schnell heraus, dass es sehr viel an Uebung und Geschicklichkeit bedarf, um dieses Hoellenrad zu kontrollieren. Doch unser Motto ist nicht umsonst “Was uns nicht umbringt macht uns staerker” und so schafften wir es mit unserer unglaublich Talentiertheit die maechtige Golden Gate Bridge zu bezwingen. Auf der anderen Seite der Bruecke erwartete uns ein windiger Pfad, der uns nach Sausalito fuehrte. Hier wurden angeblich die Mountainbikes erfunden, doch das interessierte uns eher weniger. Viel spannender erschienen uns die vielen Geschaefte entlang der sonnigen Promenade.

San Francisco als kalifornische Metropole hat Lust auf mehr gemacht. So entschieden wir uns noch den Rest des Ewig-Sommerwetter-Surfer-Staats zu bereisen. Auf dem Weg gen Sueden heckten wir heimtueckische Plaene aus…

Nach etlichen Stunden kurvenreicher Fahrt durch die pechschwarze Nacht standen wir am naechsten Tag frisch und munter vor Chebas Haustuer in San Diego. (Fuer alle, dies nicht wissen: Cheba =Freundin, bekannt aus Schule und Skilager, die gerade ein Auslandspraktikum macht). Das war vielleicht eine Ueberraschung! Cheba hat auch prompt ganz driest die Schule geschwaenzt um uns ein bisschen ihr Ghetto zu zeigen. San Diego ist wider Erwarten eine fuer amerikanische Verhaeltnisse ziemlich huebsche Stadt mit tollen Straenden, die wir uns gleich vorgenommen haben. Nachdem wir das kleine Cheba am naechsten Morgen zur Schule gefahren haben, sind wir zur mexikanischen Grenze aufgebrochen. Wens interessiert: die reine Fahrtzeit von der amerikanisch-kanadischen Grenze zur amerikanisch-mexikanischen Grenze betraegt 30 Stunden (gemaess deutscher Geschwindigkeitsregelung ;) Am Nachmittag haben wir Chebchen also wieder vor ihrer Schule aufgegabelt und sind zusammen am huebschen Hafen entlanggeschlendert und haben den Balboapark entdeckt. Im Gegenzug zu Chebas hervorragener Fremdenfuehrung haben wir sie in die feine Kueche der amerikanisch-mexikanischen Fastfoodkette Tacobell eingefuehrt. Wenn Cheba also als kleine Kugel wieder zurueck kommt, haben wir unseren Teil dazu beigetragen  Um sie nicht ganz zu verderben, haben wir Cheba nach 3 Tagen wieder sich selbst ueberlassen. Denn irgendwann muessen wir ja auch mal wieder zurueck nach Kanada.

Unser Weg fuehrte uns entlang des Pacific Coast Highways nach Los Angeles ueber Traumorte wie Laguna Beach und Newport Beach (aus dem Fernsehen bekannt ;). Und wie sollte es auch anders sein: Louise und Renee haben sich sogleich in die gigantischen Wellen gestuerzt! Das ganze haben wir mit unserer tollen Unterwassereinwegkamera dokumentiert.

Nach dieser anstrengenden Fahrt von Strand zu Strand haben wir uns in Venice Beach (noch ein Strand!) bei Nils und seiner Familie einquartiert. Bekannte, bei denen Renee schon den letzten Sommer verbracht hat. Schon ortskundig konnte sie Louise alles Sehenswerte um Los Angeles zeigen. Auf dem Plan standen: Santa Monica und das leckere Eis dort, Beverly Hills, der Walk of Fame und die Hand- und Fussabdruecke auf dem Hollywoodboulevard. Leider blieb uns nicht sehr viel Zeit, da wir uns schon wieder ein neues Ziel gesetzt hatten…

…Las Vegas! Kurz vor der ersehnten Stadt noch in dunkelster Finsternis wurden wir nach dem naechsten Huegel auf einmal von einem gleissend hellen Lichtermeer geblendet. Es war ueberwaeltigend! Ein Casino folgte dem naechsten, riesengrosse Hotels soweit das Auge reichte und ueberall leuchtende Sehenswuerdigkeiten von der ganzen Welt. Den Moeglichkieten sind hier keine Grenzen gesetzt, seien es nun Loewen in der Hotellobby oder explodierende Springbrunnen, Las Vegas hat alles zu bieten. Bei Madame Tussauds trafen wir gleich noch Beruehmtheiten wie Johny Depp und Elton John. Von dem vielen Geld, das wir an den einarmigen Banditen und Roulettetisch erwirtschaftet haben, werden wir nun den Rest unseres Lebens in Saus und Braus leben koennen. Beim Strip Poker gewinnt man ja leider kein Geld, aber ein paar Unterhosen mehr koennen ja auch nicht schaden. Wir haben jetzt leider ueberall Hausverbot, da sich Las Vegas erstmal finanziell von uns erholen muss.

Da dachten wir uns, es wird Zeit mal wieder einen Blick nach Kanada zu werfen und ehe wir uns versahen waren wir auch schon wieder in Vancouver. Dort wurden wir ganz herzlich von der Familie aufgenommen, deren Adresse wir missbraucht haben um unsere Sozialversicherungsnummern zu erhalten. So steht uns und der Suche nach einem erfolgreichen Job nichts mehr im Wege. Nicht, dass wir das noetig haetten, aber Faulheit ist einfach nicht unser Ding.

Wir hoffen, der Informationsueberfluss ueberfordert euch nicht. Die Hauptaussage bleibt immer noch: Uns gehts blendend. :D Noch Fragen?

Donnerstag, 18. September 2008

schlaflos in Seattle, hellwach in San Francisco



Einiges hat sich getan seit unserem letzten Newsupdate! Der Reihenfolge nach...
Surfen! Da wir ja so unglaublich sparsam sind, haben wir das Geld fuer einen ausgesprochen teuren Surfkurs von laeppischen 2 stunden gespart und uns stattdessen einfach ein Surfbrett plus Neoprenanzug fuer 6 stunden im naechstbesten Surfshop ausgeliehen! jahaa, so einfach geht das und da wir ja Naturtalente in jeglicher Hinsicht sind, hat uns das bisschen "auf dem Brett stehen" keine Muehen bereitet. Die Fotos sprechen wohl fuer sich ;) Das gesparte Geld haben wir sogleich wieder investiert und zwar in eine Hot Springs-Tour, vergleichbar mit nem Jacuzzi, blos natuerlich und stinkend - hat erinnerungen an die Dusche auf Hornby geweckt :) Auf dem Rueckweg hatte unser Miniboot allerdings ne kleine Panne, da hatte sich anscheinend irgendwas oder irgendwer in der Schiffsschraube verfangen. Unser attraktiver Skipper Adrian konnte das Problem leider auch nicht beheben. Nach 2 Stunden kam dann endlich Rettung in Form eines Speedboats. In roten Teletubbykostuemen wurden wir dann in Windeseile zum Hafen zurueckgebracht.

Tofino wurde dann aber doch bald langweilig und kurzerhand beschlossen wir, nach Amerika aufzubrechen - rein ins Auto, auf die Faehre, ueber die Grenze und schwupp - waren wir auch schon in Seattle! Kaum angekommen, fanden wir uns auch schon gegenueber der Weltraumnadel ( Space Needle) wieder und kurz darauf im Nadeleigenen Souvenirshop! Ueberwaeltigt von der glanzvollen Schoenheit der Seattler Nachtlichter legten wir uns ein wenig abseits der Stadt schlafen. Die naechsten 2 Tage verbrachten wir mit Sightseeing und Kultur, vom Pike Place Market mit schmackhaften Leckereien ueberall zum Kosten, ueber Schlendertouren durch Downtown Seattle und abenteuerlichen Geisterfahrten in Einbahnstrassen bis hin zum Kinobesuch von Dark Knight im hiesigen IMAX, woha!

Doch schon bald packte uns wieder die Reiselust - die Spannung auf der 14stuendigen Fahrt nach San Francisco war kaum auszuhalten - nach ca. 1400 Kilometern ununterbrochenem Durchtreten des Gaspedals kamen wir gegen Mitternacht voellig erschoepft in einem Vorort von San Francisco an. Satte 9 Stunden Schlaf und wir waren fit fuer die City - noch schnell ein Kaeffchen und ne Schokimilch bei McDonalds geschluerft und knackige 4 dollar fuer die Ueberfahrt ueber die Bay Bridge hingeblaettert - schon waren wir mitten in der kalifornischen Grossstadt! Da sind wir nun! endlich. Und jetzt ist wieder Sightseeing angesagt!

Ciao!

Donnerstag, 11. September 2008

Victoria und unser Weg durch die Berge



Zu erst einmal muessen wir unseren letzten Blogeintrag berichtigen. Geplant war, bei Hayley und Samantha zu wohnen, die sich jedoch nicht mehr gemeldet haben - so haben wir uns ganz dreist fuer den Rest der Zeit bei Stefan und seinen Kumpanen eingenistet. Wir wurden superfreundlich aufgenommen, nur der Hausbesitzer (uralter Inder, mit weissen Haaren, wirkte auf den ersten Blick wie ein Obdachloser, auf den zweiten auch noch..) hatte so seine Probleme mit uns. Eines Morgens erblickte er uns schlafend auf der Couch und wollte uns von da an nie wieder sehen. Renee und Louise nun also obdachlos...was nun?! die einfachste idee erschien uns unser auto in der naechsten querstrasse am strassenrand zu parken und gemuetlich in unseren sitzen zu schlummern. das war soweit auch kein problem, bis uns am naechsten morgen um 7 in der fruehe ein leises klopfen an unserm beschlagenen fensterchen weckte...nanu, da standen auf einmal 2 unwahrscheinlich gutaussehende polizisten und wollten wissen, was wir denn da taten. die nachbarn fuerchteten sich wohl vor terroristen vor ihrem haus. doch ein zarter wimpernaufschlag und ein suesser blick aus den verquollenen aeuglein verrieten, dass wir nichts boeses im schilde fuehren...und so liessen sie uns wieder ziehen. fuer die naechsten tage nahmen wir dann doch lieber die gefahr eines zusammentreffens mit dem hausbesitzer in kauf und quartierten uns wieder auf der couch ein.

in der stadt haben wir uns natuerlich auch auf jobsuche begeben und abertausende resumes verteilt, doch keiner wollte uns :( so haben wir weiterhin froehlich unser geld verschleudert um mehr ueber die kanadische kultur zu erfahren. ein besuch im royal british columbia museum durfte da natuerlich nicht fehlen! wir sind jetzt also vollstens aufgeklaert ueber die gesamte kanadische historie und ihre fremdlaendischen einfluesse.
nach so viel geschichte half uns die freitagabendliche collegeparty wieder in die gegenwart zurueckzufinden.

am naechsten morgen befanden sich ausser uns noch 2 weitere gestalten im wohnzimmer. jeff und marc hatten es sich auf dem fussboden bequem gemacht. die sonne schien verheissungsvoll und so haben wir die kerle kurzentschlossen mit an den strand genommen. waehrend wir kaum einen schritt ins eiskalte meer gewagt haben, sind die beiden froehlich mit ihren skimboards uebers wasser gerutscht.

so neigte sich unsere zeit auch hier wieder langsam dem ende zu. montag frueh noch schnell das auto checken lassen und mit gleissend hellen gluehbirnen fuer den winter ausgestattet, da konnte es auch schon wieder losgehen - nach TOFINO!

unser beschwerlicher weg fuehrte uns vorbei an zerkluefteten felsen, schneebedeckten bergen, ausgetrockneten flusstaelern, kleinen wasserfaellen, durch windige serpentinen und schlagloecheruebersaete strassen. und dann...ein BAER! vor unserer windschutzscheibe tauchte doch tatsaechlich solch ein kleines schwarzes wollknaeuel auf und schlenderte gemuetlich ueber die strasse um wieder im naechsten busch zu verschwinden.
so erreichten wir nach einer entbehrungsreichen fahrt das kleine surferstaedtchen tofino und fielen dort voellig uebermuedet in unseren autositzen in den schlaf der gerechten. hier sind wir nun und geniessen das schoene wetter, huepfen in die maechtigen wellen des pazifiks und beobachten die surfer beim wellenreiten. vermutlich wird unser aufenthalt auch hier kuerzer als geplant, da kein job in sicht ist.

in liebe, louise & renee

Dienstag, 2. September 2008

Wie wir Hornby den Ruecken zukehren

Natur Pur



Hornby ist nun schon Vergangenheit, es gibt aber trotzdem noch eine Menge von dieser schnuckligen Insel zu berichten! Die legendaeren Partys auf diesem Idyll sind naemlich durchaus erwaehnenswert. Allen voran die Superheroparty, auf der man sich tatsaechlich als Superheld verkleiden musste. Wir sind dort trotz unser pinken Gummistiefel, der pinken Hawaiikette, den pinken Handschellen und unsern gefaehrlichen Waffen (pinke Zauberloeffel) verkleidungsmaessig eher in den Schatten gedraengt worden - von etwaigen Superwomen mit Superausschnitt und anderen schraegen Gestalten.
In der Bar der Sea Breeze Lodge sah es dann schon wieder ganz anders aus. Auf Einladung des Barkeepers Braydon haben wir uns dort ein paar Drinks auf seine Kosten genehmigt und spaeter ein (nicht stinkendes!) Vollbad im hauseigenen Jacuzzi gegoennt. Tjaha, Kontakte muss man haben! :) Wurden natuerlich auch prompt auf die Staff Party der Lodge am naechsten Abend eingeladen. Hornby hat doch mehr zu bieten, als wir bisher gedacht hatten. Nach den durchgemachten Naechten, haben wir uns am letzten Tag noch einmal die Insel zu Gemuete gefuehrt und einen kleinen Outdoor-Trip an der Inselkueste entlang gemacht. Leider musste aber auch hier einmal der Abschied kommen und so verliessen wir die Trauminsel vor 2 Tagen.

Nach 2 Faehrueberfahrten und ca. 300km Highway kamen wir in der wohl schoensten Stadt Kanadas (vielleicht zweitschoenste der Welt, nach Berlin) an. Victoria ist die Hauptstadt von British Columbia, hat 325.000 Einwohner und liegt direkt am Meer auf Vancouver Island. Wunderschoene Altstadt und unglaublich suesse Strassen, aeltestes Chinatown Kanadas und Blumenbuesche an jeder Laterne. Dort haben wir uns mit Renees Cousine Katharina und deren Freundin Nancy getroffen und sind zusammen ein bisschen durch die Stadt flaniert.

Abenteuerlustig wie wir sind, haben wir uns gleich wieder ins Blaue gestuerzt und einen Abstecher nach Sooke gemacht. An Abenteuer hats dann auch wirklich nicht gefehlt, denn unsere Tanknadel neigte sich auf dem Weg dorthin schon alarmierend Richtung 0. Weit und breit keine Tankstelle in Sicht. Das Auto kaempfte immer weiter, doch es war aussichtslos - das vibrierende Tuckern konnte nur eines bedeuten: Wir wuerden unsere Nacht wohl mitten in der Pampa verbringen muessen. Doch dann - wer haette das gedacht - eine Fata Morgana am Horizont? Nein, tatsaechlich, eine Tankstelle! Autochen nahm seine letzte Kraft zusammen und rollte zur rettenden Zapfsaeule. Auto war nun also wieder gesaettigt, da schlugen die Alarmglocken bei uns: Hunger! Gluecklicherweise war der Weg zum naechsten Supermarkt nicht allzu weit, und was fuer ein Supermarkt! Nach stundenlangem Umherstreifen durch die schier unendlosen Regalreihen, konnten wir den Supermarkt gluecklich und beladen mit einer Tonne Instantnudeln und vielerlei Gemuese verlassen. Unsere Mahlzeit haben wir dann auch schnurstracks in der Hostelkueche zubereitet. Mit unsern vollen Schuesseln haben wir uns in die Hostelbar gesetzt und der Liveband gelauscht.

Am naechsten Tag haben wir Katharina und Nancy fix zur Faehre gebracht. Auf dem Rueckweg haben wir uns wieder in aufregende Naturerlebnisse gestuerzt! Erster Halt: Hafenstadt Sidney, darauf: Schmetterlingspark und ein Abstecher an den Beaver Lake. Zurueck in Victoria sind wir bei Stefan vorbeigefahrn, ein hiesiger Student, den wir auf Hornby kennengelernt haben. Zusammen mit seinen Mitbewohnern (1 50jaehriger, 1 30jaehriger Hardcorekiffer, 1 niedlicher Homo, 1 kleiner dicker chaot und son freak, der gar nicht mehr aufhoern konnte zu labern) haben wir ne kleine chillparty zelebriert. Die bequemen 20er Jahre Sofas haben wir dann auch dem Zeltplatz vorgezogen.

Nun sind wir fleissig dabei uns um nen Job zu kuemmern. Unterkunft fuer die naechsten 2 wochen haben wir uns schon gesichert - ab morgen schlafen wir im Haus von Samantha (Foto Superbusenwoman) und Hayley - ebenfalls Hornby-Bekanntschaften.

Adios Amigos!

Freitag, 22. August 2008

FOTOS!

ihr seht das foto dort unter dem letzten blog? prima, das ist naemlich ein ganzes album! also fix draufgeklickt und schon seid ihr mittendrin in kanada. kommentare erwuenscht :)

bei familie titcomb

einige tage sind wir nun schon auf unserer kleinen farm - der abschied von junkie town fiel nicht allzu schwer - und sind hier schmutzig, aber gluecklich :) der erste eindruck war nicht so ueberzeugend - wie eine dreckige ruempelkammer in grossformat. doch zum glueck war das ein trugschluss! die vorbesitzer haben das ganze gelaende mit muell zugestellt, und familie titcomb bringt es wieder auf vordermann. dabei geht natuerlich nichts ohne die tatkraeftige unterstuetzung von louise und renee! neben der nahrungsbeschaffung (brombeeren pfluecken\kuehe melken) kuemmern wir uns zudem um den bau einer neuen scheune und die verpflegung und verwoehnung der tiere. als dank kriegen wir bier rund um die uhr und lecker essen. der haken ist...all das gefressene und gesoffene muss schliesslich auch wieder aus dem koerper raus...aber keine sorge - auch dafuer hat familie titcomb gesorgt, denn direkt neben unserem domizil befindet sich ein nettes wohlduftendes plumpsklo direkt im wald, fuer eine schoene aussicht beim kacken sorgt das tuerlose oertchen selbstverstaendlich auch. nach der arbeit genehmigen wir uns am liebsten eine heisse dusche mit faule-eier-aroma, denn auf dieser tropischen bio-insel ist das wasser stark schwefelhaltig - soll aber die haare stark machen, wurde uns gesagt - erste erfolge lassen sich an unseren beinen erkennen ;) zum zaehneputzen bevorzugen wir allerdings sprite-zero.

wie sagt man...was uns nicht umbringt, macht uns staerker. das klingt jetzt natuerlich nach katastrophalen bedingungen, unter denen es eine renee oder gar eine louise nie im leben aushalten wuerde. aber ehrlich, es ist gar nicht so schlimm wie es scheint, wir gewoehnen uns recht schnell an das enthaltsame leben auf dem dorfe. ausserdem ist familie titcomb wirklich herzallerliebst und sorgt sich sehr gut um uns, gibt uns ratschlaege und plant mit uns unseren bevorstehenden roadtrip. nebenbei haben wir erfahren, dass in edmonton schon ab oktober bitterkalte minus 25 grad die regel sind. wir werden unsere bisherigen plaene also noch einmal ueber den haufen werfen.

doch noch geniessen wir den sommer an der kueste kanadas und versuessen ihn mit heissen beachpartys. sohn jethro (zarte 18) ist auch mit von der partie. die familie ist generell sehr easy-going... der vater genehmigt sich ab und zu nen joint, der sohn auch mal nen pilz - von derlei drogen lassen wir uns aber nicht verfueren...is klar ne.

Wir haben uns hier schon an den VIP-status gewoehnt, denn auf der 1000-mann insel kennt uns mittlerweile jeder. wir sind die famous girls aus germany mit den pinken rubber boots und der filmcrew im schlepptau;)

fuer uns gibts jetz noch ein lucky bier und deer steak - und fuer euch nen abschiedskuss :)

Erste Einblicke in unser kanadisches Leben

Sonntag, 17. August 2008

neueste Errungenschaften..!!!

Halloho, da sind wir wieder und es gibt ne menge zu berichten :)
Nach unserer ersten Nacht in besagtem Hostel, haben wir uns erstmal ein wunderbares (und teures) fruehstueck\mittag gegoennt, im whitespot. das kamerateam im schlepptau, haben wir uns die wwoof-mitgliedschaft besorgt und sind nun bereit fuer die farmarbeit! ab morgen ziehen louise und renee also aufs land, wir haben naemlich eine nette farm gefunden, die uns und unsern anhang aufnimmt, auf ner suessen kleinen insel von gulf islands, zwischen festland und vancouver island. Familie Titcomb verfuegt ueber einen haufen kuehe, schafe, alpacas, chickens und pferde (und blaubeeren). das war die erste errungenschaft...nun kommt die zweite...wir haben uns nach einem auto umgeschaut und sind gleichmal an einen skrupellosen autohaendler geraten, der uns doch glatt ne schimmlige (!) karre andrehen wollte. das klischee traf voll und ganz zu: leicht offenes hemd, sodass das brusthaartoupet herausspitzte, kleines goldkettchen, goldumrandete brille und schiefe, aber gebleachte zaehne. das war also nix fuer uns und unseren erlesenen geschmack. Aber so schnell geben wir nicht auf, wir haben also keine muehen gescheut und uns weiter der suche nach dem perfekten auto gewidmet, und JETZT haben wir es gefunden! einen suessen kleinen grossen minivan, hoert auf den namen dodge grand caravan 97, duerfen wir nun unser eigen nennen :D :D :D die haelfte unseres vermoegens ist nun schon nach 4 tagen erschoepft, aber wir sind gluecklich, das ist doch die hauptsache, und jetzt werden wohl hoffentlich keine groesseren ausgaben mehr anfallen. ab morgen sind wir dann also mit unserem schnuckligen automobil auf hornby island, es kann also sein, dass ihr fuer ne weile nichts von uns hoert, denn wir wissen nicht wies dort mit internet aussieht. die nachste grosse herausforderung steht auch schon bevor, denn wir muessen fuer die 2 wochen auf der farm in unserem auto kampieren. aber das nehmen wir gerne in kauf, denn wir mussten gestern umziehen und haben uns ein hostel in gastown, oder auch junkie town, ausgesucht (d.h., es war das einzige, das 2 betten frei hatte). hier tummelt sich nur so der abschaum vancouvers...das kann man sich jetzt vielleicht schlecht vorstellen, aber wir werden sobald wie moeglich fotos in den blog stellen, auf denen unsere erlebnisse auch bildlich dokumentiert sind. also, wenn ihr in den naechsten wochen nichts von uns hoert, macht euch keine sorgen, wir sind wohlauf und melken kuehe. bis dahin! louise&renee

Donnerstag, 14. August 2008

1. Tag in Kanada

Hier ist die erste lang ersehnte Nachricht aus Kanada von uns! Nach dem traurigen Abschied am Flughafen, haben wir doch recht schnell wieder unsere Fassung zurueck gewonnen und uns auf die uns bevorstehenden erlebnisreichen 7 monate in kanada gefreut. Im flieger wurden wir mit Brautfilmen bombadiert und konnten vor vorfreude kein auge zumachen. ausserdem wurden wir von allen seiten angestarrt, weil uns staendig die fette kamera verfolgte um langweilige szenen zu drehen.

Nach etlichen stunden flug waren wir dann um ca. 15uhr (ortszeit) aus dem flughafengebaeude raus. die suche nach dem hostel verzoegerte sich allerdings noch um fast 6 stunden...(die gruende sind bekannt...;) voellig entnervt und erschoepft haben wir unser hostel dann doch noch erreicht, zu diesem zeitpunkt waren wir schon 25 stunden wach. wir liessen es uns aber natuerlich nicht nehmen, noch ein wenig die umgebung zu erkunden. so liefen wir dann zum strand und zum hafen und konnten den wunderbaren blick auf vancouver downtown uebers wasser hinweg geniessen. auf dem rueckweg allerdings haben wir uns dann gleich erst mal verlaufen :) unser weg fuehrte uns durch dunkle waelder und hohe wiesen mit umherspringenden gefaehrlichen haeschen (ganz im ernst, hier hopsen die hasen einfach so ueber die wiesen - nach 10 stueck haben wir aufgehoert zu zaehlen). ende des abends: nach 28 stunden schlaflosigkeit sanken wir muede und zufrieden in unsere dreckigen betten (vor den schmutzigen duschen, neben den ranzigen schraenken, im 14-mann-zimmer)

es geht uns gut :)
(die tastatur stresst)

Montag, 21. Juli 2008

Bald gehts los!

Es sind jetzt noch knapp 3 Wochen bis zum Abflug.
Nur noch einmal zur Erinnerung: Wir fliegen am Mittwoch, 13.August um 10.05 Uhr vom Flughafen Berlin- Tegel! Alle Leute, die uns mögen und uns gerne verabschieden möchten, treffen sich um ca. 8.00 Uhr an dem entsprechenden Gate (welches das ist, wissen wir momentan noch nicht...)