Samstag, 9. Mai 2009

Impressionen eines Insellebens

Impressionen eines Insellebens



Nun sind wir also wieder hier gelandet. Saturna Island. 350 Einwohner, erinnert ihr euch? Aber jetzt ist Sommer und alles besser. Zumindest wenn die Sonne scheint und wir die Adler beobachten koennen, wie sie friedlich ihre Runden ueber dem glitzernden Meer drehen. Wenn es regnet allerdings...sagen wir mal, wir koennen schon verdammt viele Filme mitsprechen.
Es ist aber nicht so, dass wir nur aus Faulheit hier rumlurzen, nein, Sache ist, durch den harten Winter zoegert sich vegetationsmaessig so einiges hinaus und der Wein war noch nicht bereit fuer uns. So liessen wir uns die erste Zeit auf jedes moegliche Abenteuer ein, dass uns geboten wurde. Erster Stopp: Danny und Megans Haeuschen - eine Willkommensparty musste schliesslich eingeleitet werden.
Und solange das Wetter noch mitspielte, ergriffen wir die Gelegenheit mit unseren Nachbarn Rob und Sue einen kleinen Bootstrip zu naechstgelegenen Insel zu veranstalten mit Zwischenhalt in der Delphinbucht, wo wir auch tatsaechlich etliche schwarzglaenzende ruecken aus dem Meer emporgleiten sehen konnten. Rob war so schlau auf dem Hinweg eine Krabbenfalle ins Wasser zu lassen, so dass wir 2 Tage spaeter ein wunderbares Festmahl serviert bekamen, inklusive zutscheln und schluerfen.
Einen Tag spaeter kam unser "Mitbewohner" Fred fuer ein paar Tage vorbei und zeigte uns die versteckte Idylle an der Narvaez Bay. Die Abende endeten dann meist in Pokerspielen, aus denen wir meist als Verlierer hervorgingen :( Aber der gute Fred hat sich auch alsbald nach Las Vegas aufgemacht, wen wunderts.
Es soll jetzt aber nicht der Glaube aufkommen, wir haetten wirklich nur gefaulenzt, denn neben ausgiebigen Wanderungen haben wir zusaetzlich einen Nebenjob in der oertlichen Inselbaeckerei ergattern koennen, in der wir nun 2 mal woechentlich schuften und Produkte verkosten :D Und wem das noch nicht genug ist: Am Dienstag koennen wir endlich richtig anfangen auf dem Weinberg zu arbeiten!
Machts gut und bis zum naechsten Mal - eure Inselamazonen

Donnerstag, 22. Januar 2009

Homecoming Queens

Homecoming Queens


Nun ist es endlich soweit, Louise und Renee treten den langen Weg in die Heimat an und somit lest ihr voerst den letzten Blog ueber unsere vielfaeltigen Abenteuer.

Ein Meilenstein in unserer letzten Phase war fuer Renee ihr 19. Geburtstag, mit dem sie stolz die kanadische Volljaehrigkeit erreichte. Standardsgemaess gabs leckeren Kuchen (gesunden Karottenkuchen – mit Buttercreme) mit Kerzen und Renee hat es doch tatsaechlich geschafft, alle gleichzeitig auszupusten! Mit Geschenken ueberhaeuft und gluecklich wurde dann zum Griechen eingeladen, wo wir unsere ausgehungerten Maegen endlich wieder fuellen konnten. Gesundheitsbewusst wie wir sind, haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, die ganzen Kalorien wieder abzutrainieren. Und was ist dafuer besser geeignet als Tanzen! Also schnell in Abendfummel geschmissen, ins Auto gesetzt und auf zur Clubszene Vancouvers. Das Publikum dort entsprach aber nicht ganz unseren Anforderungen und so liessen wir uns nach einigen Stunden bei McDonalds nieder. Dort hatten wir wesentlich mehr Spass (nicht nur wegen den Burgern) und machten Bekanntschaft mit vielen interessanten Persoenlichkeiten. So ging ein erlebnisreicher Tag zu Ende.

In den letzten Wochen haben wir enorm viel Zeit dafuer verwendet, uns nach einem neuen Job umzukucken, haben Bewerbungen verteilt, sind zu Vorstellungsgespraechen gehetzt, jedoch blieb der Erfolg aus. Die Rumgammelei liess sich aber auf die Dauer immer weniger ertragen und langsam setzte sich eine Idee in unseren Koepfen zusammen, die ueber die Tage stetig wuchs. Warum nicht nach Berlin zu unseren Lieben fahren und dort den Arbeitsmarkt unsicher machen? Darauf fiel uns auch keine Antwort ein und schon war der Flug gebucht! Vorteil Nummer 2: Jetzt haben wir auch genuegend Zeit um uns um Unibewerbungen zu kuemmern, bevor wir im April wieder die Stadt verlassen.

Mit einer Sorge weniger konnten wir nun unseren lang gehegten Traum von Kanada verwirklichen – Ski fahren! Wie der Zufall es so will, haben die Schwiegereltern von Gieses Sohn Thilo ein Appartment in Whistler, der groessten Skiregion Nordamerikas. Bernd musste also nicht alleine runterbrettern und wir koennen jetzt stolz von uns behaupten, auf den Pisten der Olympischen Winterspiele 2010 gefahren zu sein, was fuer ein Erlebnis!

So schreiten die Tage langsam voran und unser Abschied rueckt in greifbare Naehe. Auch wenn es uns schwer faellt, Bernd und Angelika, als wichtigen Teil unseres Auslandsaufenthaltes, vorerst zurueckzulassen, freuen wir uns doch megamaessig auf unsere Heimatstadt.

Noch 4 Tage!!!

PS: Ankunft in Berlin Tegel am Montag um 12:05 Uhr (fuer alle dies noch nicht wissen)

Samstag, 3. Januar 2009

Bei Wind und Wetter

bei Wind und Wetter


Welch ein Glueck, dass wir nach diesen entbehrungsreichen 6 Wochen knochenharter Arbeit endlich die Zeit gefunden haben euch von dieser durchaus praegenden Zeit unseres Lebens zu berichten. Der interessanteste Teil gleich vorweg: Die Arbeit! Allgemeine Informationen: Wie ihr euch vielleicht erinnert, haben wir vor 7 Wochen auf einem Weinberg auf Saturna Island angefangen, einer 350-Einwohner-Insel mit circa 90% Rentnern. Der Weinberg besteht aus 4 grossen Weinfeldern und birgt 6 unterschiedliche Rebsorten: Chardonnay, Pinot Gris, Gewuerztraminer, Merlot, Pinot Noir und Pinot Menier. Unsere Chefs waren ein junges Paerchen aus Suedafrika, mit denen wir uns ausgesprochen gut verstanden und betrunken haben. Ausser uns arbeiteten noch eine staendig differierende Zahl an Menschen aus aller Welt auf den Weinfeldern. So machten wir Bekanntschaft mit Australiern, Franzosen, Mexikanern und natuerlich Kanadiern. Besonders am Herzen lag uns der Quebecuois Jean-Sebastien, eine Frohnatur durch und durch. Nach der morgendlichen Plauderstunde unterhielt er uns im Laufe des Tages mit franzoesischen Kinderliedern und Operetten oder wahlweise auch mit lehrsamen Geschichten aus seinem Leben und ueber das Wetter. Widerworte haben wir uns nicht erlaubt, denn wir hatten Angst vor seinem monstroesen Daumenfingernagel. Unsere Theorie lautet, dass er mit seiner Daumenschaufel einen schweren Mord begangen hat und dann seinen Namen gewechselt hat, um in British Columbia unterzutauchen. Vermutlich ist er nicht einmal franzoesisch- kanadischem Ursprung, da keinen hoerbaren franzoesischen Akzent vorweisen konnte. Doch wir hielten uns tapfer und ignorierten ihn so gut es ging.

Wir hatten die Ehre nahezu alle Teilbereiche der Arbeit auf einem Weinberg kennenzulernen und das bei jeder denkbaren Wetterlage. Aufgabe Nummer 1: Ernte – Ausgestattet mit einem Klipper und einem Eimerchen bahnten wir uns den Weg durch die endlos langen Reihen voller praller Trauben und sackten so viele ein, wie wir tragen konnten. Damit ging aber noch eine andere, weniger angenehme Aufgabe einher, das Hoch- und Herunterrollen der laestigen Anti-Vogel-Netze, die wohl aetzendste Beschaeftigung, die man sich bei stuermendem Regen vorstellen kann. Darauf folgte richtige Maennerarbeit: Mit Haemmern und anderen gefaehrlichen Werkzeugen bewaffnet erklaerten wir den ueberfluessigen Naegeln in den weinstuetzenden Pfosten den Krieg! Natuerlich haben wir gewonnen,is klar. Kurz darauf erwartete uns die Aufgabe die Weinreben fuer die naechste Saison zu praeparieren. Soviel dazu. Unsere Arbeit wurde ohne Ausnahme an der frischen Luft veruebt und wir waren somit Petrus und seinen Launen hilflos ausgesetzt. Den einzigen Schutz fanden wir in selbstgebastelten Regenkleidern aus schwarzen Muellsaecken. Die Saturna Island Regen Kollektion ist ab sofort im Handel erhaeltlich. Ab und zu haben sich allerdings auch die dicken Regenwolken, die tief im Inseltal hingen, verzogen und liessen ein paar Sonnenstrahlen durchblitzen.

Wo so viel gearbeitet wird, darf auch das Vergnuegen nicht fehlen. Und davon gabs auf der Insel nicht allzu viel. Also haben wir alle 2 Wochen unsere Rucksaeckchen gepackt und sind geflohen. Die erste Fluechtlingsstation war Vancouver, wo Angelika uns wieder aufpaeppeln musste. Gestaerkt machten wir uns frohen Mutes auf den Weg zurueck nach Saturna Island. Aber wir waeren nicht Louise und Renee, wenn uns nicht wieder etwas in die Quere gekommen waere. Auf den letzten Druecker kommen wir an der Vancouver Faehrstation an und schaffen es gerade noch rechtzeitig unseren Koffer aufzugeben, als wir nach oben stuermen(selbstverstaendlich in die falsche Richtung) und uns das TUUT TUUUT verraet, dass es bereits zu spaet ist. Da standen wir nun, mutterseelenallein und winkten unserem Koffer zu, der sich schon auf dem Weg zu den Gulf Islands befand, samt unseren Reisepaessen und anderen wichtigen Dokumenten. Dank hilfreichen Servicepersonals ging die abenteuerliche Nicht-Reise doch noch gut aus.

Wieder 2 Wochen spaeter rueckte Louises 20. Geburtstag auf einmal unheimlich nahe. Saturna erschien uns kein geeigneter Ort fuer eine berauschende Party, also entschieden wir uns, unseren Freunden in Victoria mal wieder einen Besuch abzustatten. Highlight der Veranstaltung war der See aus Sushi, den Louise spendiert hat und in dem man foermlich baden konnte. Zum neuen Lebensabschnitt gabs dann auch noch ne neue Haarfarbe in sattem Braun – Frisoese Renee hat ganze Arbeit geleistet.

Doch auch auf der kleinen Insel liessen wir keine Moeglichkeit aus dem Arbeitsalltag zu entfliehen. Ob Pizzaparty mit Chefs und Kollegen oder Sushiparty – der Wein war ein staendiger Begleiter, irgendwelche Vorteile muss einem die Berufswahl ja verschaffen. Der kroenende Abschluss nach geschaffter Arbeit nannte sich ganz unverhohlen Saufparty mit Unmengen Tequila, Gin, Wein und anderen Spirituosen, deren Namen wir vergessen haben. Zu unserer grossen Freude hat es an besagtem Abend grosse Flocken geschneit und wir konnten wie kleine Kinder im frisch gefallenen Schnee toben. Der naechste Morgen allerdings brachte die grosse Ernuechterung: Wir waren eingeschneit und es bestand vorerst keine Aussicht den Weinberg mit dem Auto zu verlassen. Denn der einzige Weg fuehrte ueber eine Privatstrasse voller windiger Kurven entlang eines steilen Berges, so dass selbst Traktoren und Streumobile einen grossen Bogen um diese Strasse machen. Uns blieb uns also nichts anderes uebrig als mit Sack und Pack die beschwerliche Reise zur anderen Seite der Insel zu Fuss anzutreten. Auf diesem Trip leisteten uns Danny und Megan als unsere Wegbegleiter Gesellschaft, denn sie erwarteten schon sehnsuechtig ihren Flug nach Suedafrika am naechsten Tag.

Doch was sollten wir die ganzen naechsten Tage auf dieser gottverlassenen Insel machen, solange unser Auto noch in Schneemassen begraben lag? Ohne Arbeit war uns einfach langweilig, wer haette das gedacht. Also brachen wir wieder einmal auf nach Victoria um die Zeit fuer ein bisschen Christmasshopping zu nutzen und die weihnachtlich geschmueckten Gassen zu bewundern. Die Tage bis zum heiligen Abend schienen nur so dahinzufliegen und wir mussten uns langsam Gedanken machen, wie wir wieder in Besitz unseres Autos kommen. Die globale Erwaermung liess immer noch auf sich warten und das Wetter wurde als kaeltester Winter Kanadas seit 40 Jahren proklamiert. Doch furchtlos und unerschrocken haben wir uns zurueck auf die schneereiche Insel begeben um unser Auto zu befreien. Vorort mussten wir feststellen, dass sich am Zustand der Strasse nichts geaendert hat. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Mit dem Hinweis, so schnell wie moeglich den Berg hochzufahren, drueckte Louise das Gaspedal mit voller Kraft – das ging auch gut bis wir die verhaengnisvolle Kurve erreichten und Louise auf einmal die Kontrolle auf dem rutschigen Schnee verlor und wir ins Schleudern gerieten. Die ganze Geschichte endete dann ungluecklicherweise im Graben. Wir hatten aber auch wieder Glueck im Unglueck und zwei Mitarbeiter vom Weingut machten es sich zur Aufgabe uns dort wieder herauszuziehen. Nach mehreren erfolglosen Versuchen, haben die beiden es dann letztendlich geschafft uns mit einem Traktor und einer schweren Eisenkette wieder auf die richtige Bahn zu bringen. Und so kamen wir heil in Vancouver an, mussten aber feststellen das auch hier Frau Holle kraeftig ihre Betten ausgeschuettelt hat.
Doch natuerlich ueberkam uns Sorge um unser Autochen uns ob es auch keinen Schaden aus der Begegnung mit dem Graben gezogen hat, also begaben wir uns schnellstmoeglich zur naechsten Werkstatt um dem Schaden auf den Grund zu gehen. Wenig spaeter erreichte uns die Hiobsbotschaft: Unser treues Gefaehrt ist nicht in der Lage, uns sicher bis nach Toronto zu bringen. Kostenvoranschlag: 1500 Dollar – unbezahlbar. Der Kompromiss fiel wie folgt aus: Nur die notwendigsten Reparaturen wurden vorgenommen und unser Trip nach Toronto verschoben, nicht aufgehoben! Kanada wird uns also im Sommer wieder begruessen duerfen, damit wir unser Ziel verwirklichen koennen.

Doch erst einmal stand Weihnachten vor der Tuer. Natuerlich wurden zwei so liebreizende Maedchen wie wir zu etlichen gesellschaftlichen Ereignissen rund um das Fest der Feste eingeladen. Am 24. Dezember veranstaltete Angelikas und Bernds Sohn Thilo eine Christmasparty und am Abend darauf luden dessen Schwiegereltern zum traditionellen Truthahnessen ein. Eigentlich werden die Geschenke in Kanada erst am Morgen des 25. geoeffnet, doch wir durften schon am Heiligabend unter den Weihnachtsbaum lugen, nur die Socken wurden erst am naechsten Morgen ausgewertet. Dann blieb uns ein Tag Pause um die ganzen leckereien zu verdauen, da hat Angelika am 27. Dezember 2 dicke Gaense auf den Tisch gebracht (die dickere Gans war Louise).
Und auf einmal sahen wir uns schon dem neuen Jahr gegenueber und zelebrierten die Nacht auf die kanadische Art mit vielen Freunden. In diesem Sinne wuenschen wir euch allen ein wunderbares, grandioses, spektakulaeres, gesundes, erfolgreiches, atemberaubendes, vielversprechendes und einfach perfektes Jahr 2009!

Unser Vorsatz: Vielleicht oefter mal nen Blog schreiben ;)

Freitag, 7. November 2008

Der Weg ist das Ziel

Der Weg ist das Ziel


Es wird mal wieder Zeit, haben wir uns gedacht, neue Informationen ueber unseren Verbleib preiszugeben. Glueckspilze, die wir nun einmal sind, hat uns die Familie Giese eingeladen, eine Weile bei ihnen zu wohnen. Wer koennte da schon widerstehen? Nach endlos langer Reiserei haben die bereits verwilderten Goeren wieder einen Ort gefunden, an dem sie sich heimisch fuehlen konnten. Instant Nudeln wurden eingetauscht gegen richtige Mahlzeiten (und zwar 4 Stueck davon!) und Sightseeingtouren gegen jede Menge Schlaf; liegt sich auch viel besser auf nem richtigen Bett. Ziehmama Angelika hat uns nach entbehrungsreichen Wochen wieder aufgepaeppelt, waehrend Hausherr Bernd mit unterhaltsamen Geschichten ueber kanadische Ungeheuer auf verschneiten Strassen den Abend gestaltete. Doch der Gastfreundschaft nicht genug - Familie Giese entfuehrte uns zudem in ihr kleines Domizil auf der malerischen Insel Saturna Island mit Ausblick auf den pazifischen Ozean. Wo laesst sich die Stille der Natur besser geniessen als hier?! Welch eine Abwechslung verglichen mit den laermenden Strassen amerikanischer Grossstaedte! In Einheit mit unserer Seele machten wir uns auf, den oertlichen Nationalpark zu erkunden, in dem sich ein gigantischer Wasserfall verbergen soll. Unser Weg blieb erfolglos, bis wir ein leises Drippen hoerten und sahen, wie sich ein kleines Rinnsal ueber die Felswand ergoss - so viel dazu. (Der Wasserfall ist naemlich nur im Winter zur Regenzeit zu sehen) Nach so viel Beinarbeit duerfen die Arme natuerlich nicht zu kurz kommen, also haben wir uns die Kayaks von den Nachbarn Sue und Rob geliehen, um damit ueber den Pazifik zu gleiten. Unser Aufenthalt auf Saturna wahrte leider nicht so lang, denn Thanksgiving stand vor der Tuer! Und einiges war vorzubereiten, denn die Familie hatte sich angekuendigt. Mit unserer Hilfe wurde der 8 kg schwere Truthahn zubereitet und vor allem aufgegessen :D Kurz darauf folgte auch schon das naechste freudige Ereignis: Renees Mama Ines kam zu Besuch und brachte Kinderschokolade und andere tolle Sachen mit. Viel Zeit zum Ruhen blieb ihr nicht, denn wir hatten so einiges mit ihr vor. Noch schnell ein paar Sachen gepackt und dann sollte es los gehen. Erster Halt: Whistler! Hier finden 2010 die olympischen Winterspiele statt, da wollten wir es uns dementsprechend nicht entgehen lassen, einen kurzen Blick in dieses wunderschoene verschlafene Oertchen zu werfen. Ein bisschen Shopping hier, ein bisschen Schlendern da und schon sassen wir wieder im Auto. Die Duffylakeroad entlang, in die Taeler und Berge der Rocky Mountains bis nach Kamloops, wo der erste Tag unserer Reise durch die Weiten British Columbias endete. Am naechsten Morgen mussten wir dann frueh aufstehen, da wir uns schon das naechste Ziel gesetzt hatten. Wir rollten also froehlich und munter die Rockies rauf und runter bis es ploetzlich etwas stuckte. Was war das? Gott sei dank befanden wir uns in diesem unheimlichen Moment auf der Hauptstrasse des kleinen Doerfchens Clearwater und konnten somit die naechstbeste Werkstatt heimsuchen. Bob, der Mechaniker konnte uns leider nicht viel sagen und schickte uns zum Spezialisten. Terance, ein Transmission-Profi sollte uns an dieser Stelle also weiterhelfen. Doch was heisst Transmission eigentlich? Diese Frage hoben wir uns fuer spaeter auf, denn es hatte so oder so ganz sicher irgendetwas mit Autos zu tun. Da standen wir also, von 4 Mechanikern mit schmerzverzerrten Gesichtern umgeben. "Das wird teuer", sagte man uns."Eure Transmission ist kaputt!" Nun gut, jetzt war es doch an der Zeit das Woerterbuch zu schnappen und nachzugucken. Transmission = Getriebe. Uhh, das konnte nichts Gutes heissen, das wussten wir. Doch noch war uns nicht bewusst, welche Folgen dieses Malheur hatte. Der Kostenvoranschlag fuer das Einsetzen eines neuen Getriebes liess uns das Wasser in Augen schiessen: 2000 Dollar, also ca. 1600 Euro. Die Alternative, ein Gebrauchtes zu verwenden, kam leider nicht in Frage, denn trotz aller Anstrengungen konnte sich im Umkreis der 350 Seelen-Stadt kein geeignetes Getriebe finden. Ganz abgesehen davon, dass das auch nicht wesentlich guenstiger wurde. Was nun? Wie sollten wir ohne Auto mit unserem ganzen Zeug nach Toronto kommen oder wenigstens erstmal bis nach Vancouver, um Renees Mama puenktlich zum Flughafen zu kutschieren? Nach vielem Hin- und Hergerede und tausenden Beratungsgespraechen mit saemtlichen Mechanikern, die Clearwater zu bieten hatte, beschlossen wir uns auf die Suche nach einem anderen Auto zu begeben. Viel Auswahl gab es leider nicht, aber wir wurden auf ein Auto von einer Floristin hingewiesen, dass in sehr gutem Zustand sein sollte. Wir traten also die weite Reise dahin an und es dauerte keine 5 Minuten, bis wir uns sicher waren, dass das unser naechstes Gefaehrt werden sollte.
Doch so einfach gestaltete sich der Kauf des Luxuswagens nicht, denn er war eigentlich schon jemand anderem versprochen. Renee legte alle Ueberredungskuenste an und versuchte die nette Frau verzweifelterweise sogar mit Onionrings zu bestechen. Nach einiger Zeit gab die nette Dame dann schliesslich auf und realisierte, das wir das Auto wesentlich dringender braeuchten als irgendwer sonst. Der ganze Spass sollte uns 2700 Dollar kosten, die wir noch mit Muehe und Not aufbringen konnten (Die Spendenhotline ist bereits freigeschaltet). So kamen wir in den Besitz eines neuen Autos und lernten aus unseren Fehlern: Terance sollte vorher einen Check machen, um sicherzustellen, das diesmal kein besonders wichtiges und teures Teil zu Schaden kommt. Doch es schien alles in Ordnung zu sein. Schnell noch alles umgepackt, die neu gekauften All-Season Reifen abgeschraubt und ins neue Auto verfrachtet und mit neuen Winterreifen und Eddie Bauer Ledersitzen ab nach Jasper. Dort angekommen haben wir ersteinmal ein heisses Bad im moteleigenen Whirlpool genossen. Total entspannt machten wir uns dann am spaeten Abend noch auf den Weg, Jasper zu erkunden und stiessen auf ein paar Elchkuehe, die es sich vor unserem Motel gemuetlich machten und das gruene, saftige Gras auf dem Mittelstreifen der Strasse mampften. Dieses Abenteuer mussten wir erstmal verdauen und so lud uns Renees Mama zu einem Drink in einem echt kanadischen Pub ein.
Am naechsten Tag stand uns der schoenste Teil unserer Reise bevor. Wir fuhren den Icefieldparkway von Jasper nach Banff und kamen gar nicht mehr aus dem Staunen heraus. Ein verschneiter Berg toppte den naechsten. An einem Aussichtspunkt machten wir Halt, um erste Erfahrungen mit dem kanadischen Schnee zu machen. Doch das war Nichts gegen das, was uns auf dem Atabaska Gletscher begegnete: Riesige Schnee- und Eislandschaften taten sich vor uns auf. Bei minus 15 Grad (gefuehlten minus 40) bestiegen wir Mount-Everest-gleiche Gipfel und steckten bis zur Huefte im Schnee (Anmerkung: im Oktober). Zwischenziel war Louises namensverwandter Gletschersee Lake Louise, der meist fotografierteste See Nordamerikas - dort machten wir schnell ein paar Fotos um der Legende gerecht zu werden und setzten unseren Weg fort nach Banff. Das kleine Wintersportstaedtchen mitten im Banff Nationalpark ist einer unserer Favoriten geworden auf der Reise durch Kanada, ein grosser Pluspunkt sind die Bow Falls am Rande der Stadt, wunderhuebsche Wasserfaelle umrahmt von, naja, der typisch kanadischen Landschaft eben.
Voller neuer Eindruecke und im nagelneuen Auto machten wir uns auf den langen Rueckweg nach Vancouver. Interesse- und Shoppinghalber unternahmen wir noch 2 kurze Staedtetrips nach Seattle und Victoria, wo wir die aufregende Erfahrung eines Bubbleteas machten. Dann war leider auch schon der Tag gekommen an dem Ines uns verlassen musste und zugleich auch unser letzter Tag in Vancouver, den wir mit einem Besuch im Vancouver Aquarium haben ausklingen lassen - dort gab es Delphine zu bestaunen und Belugas und lauter Tiere, die sonst noch so im Meer kreuchen und fleuchen. Wir haben uns am Ende des Besuchs noch zu einer Kostprobe ganz besonderer Art hinreissen lassen: getrocknete Grille mit Schinken-Kaese-Geschmack - sind wir mutig, he? Doch schnell genug holte uns die Realitaet wieder ein: Am 1. November begann unser neues Leben als hartarbeitende Weinpflueckerinnen auf Saturna Island. Wie gut, dass wir die pinken Gummistiefel haben!

Samstag, 4. Oktober 2008

Einmal Mexiko und zurueck!

Einmal Mexiko und zurueck


So lange habt ihr nun schon nichts von uns gehoert. Wie einige von euch wissen, hat sich unsere USA- Ausflugsplanung ein wenig geaendert. San Francisco sollte eigentlich den Endpunkt unseres Trips markieren, doch das Blatt hat sich gewendet. Dazu spaeter.

San Francisco war wunderbar. Es gab ne Menge zu entdecken. So haben wir erst einmal San Francisco mit Hilfe der beruehmt beruechtigten Cablecars besichtet und sind schnell wie der Wind durch die steigungsreichen Gassen gebraust. Der Kultur zuliebe haben wir uns auf eine spannende Erlebnistour durchs Exploratorium gewagt. Mit viel Eigeninitiative und wissenschaftlicher Begeisterung konnten wir dort unsere 7 Sinne auf die Probe stellen. Einige Experimente liessen Erinnerungen an den Physik-Unterricht wach werden: So konnten wir Wasserstrudel und Tornados entstehen lassen, die Brownsche Bewegung nachvollziehen und mit Magneten spielen. Kindheitstraeume wurden wahr, als wir das Riesenseifenblasenbecken entdeckten, dessen Inhalt wir uns ueber den Kopf stuelpten. So verwandelten wir uns fuer einen Tag in kleine Wissenschaftlerinnen.

Kultur war damit also abgehakt, jetzt war es Zeit mal wieder etwas fuer unsere Fitness zu tun. Fuer uns hiess das, ein krasses Bike ausleihen und richtig in die Pedale treten. Doch es sollte nicht irgendein Fahrrad sein, nein, ein Tandem! Spart Kraft und Geld, dachten wir uns. Nix da. Nach der ersten Bruchlandung, einer kaputten Hose und aufgeschuerften Knien, stellte sich schnell heraus, dass es sehr viel an Uebung und Geschicklichkeit bedarf, um dieses Hoellenrad zu kontrollieren. Doch unser Motto ist nicht umsonst “Was uns nicht umbringt macht uns staerker” und so schafften wir es mit unserer unglaublich Talentiertheit die maechtige Golden Gate Bridge zu bezwingen. Auf der anderen Seite der Bruecke erwartete uns ein windiger Pfad, der uns nach Sausalito fuehrte. Hier wurden angeblich die Mountainbikes erfunden, doch das interessierte uns eher weniger. Viel spannender erschienen uns die vielen Geschaefte entlang der sonnigen Promenade.

San Francisco als kalifornische Metropole hat Lust auf mehr gemacht. So entschieden wir uns noch den Rest des Ewig-Sommerwetter-Surfer-Staats zu bereisen. Auf dem Weg gen Sueden heckten wir heimtueckische Plaene aus…

Nach etlichen Stunden kurvenreicher Fahrt durch die pechschwarze Nacht standen wir am naechsten Tag frisch und munter vor Chebas Haustuer in San Diego. (Fuer alle, dies nicht wissen: Cheba =Freundin, bekannt aus Schule und Skilager, die gerade ein Auslandspraktikum macht). Das war vielleicht eine Ueberraschung! Cheba hat auch prompt ganz driest die Schule geschwaenzt um uns ein bisschen ihr Ghetto zu zeigen. San Diego ist wider Erwarten eine fuer amerikanische Verhaeltnisse ziemlich huebsche Stadt mit tollen Straenden, die wir uns gleich vorgenommen haben. Nachdem wir das kleine Cheba am naechsten Morgen zur Schule gefahren haben, sind wir zur mexikanischen Grenze aufgebrochen. Wens interessiert: die reine Fahrtzeit von der amerikanisch-kanadischen Grenze zur amerikanisch-mexikanischen Grenze betraegt 30 Stunden (gemaess deutscher Geschwindigkeitsregelung ;) Am Nachmittag haben wir Chebchen also wieder vor ihrer Schule aufgegabelt und sind zusammen am huebschen Hafen entlanggeschlendert und haben den Balboapark entdeckt. Im Gegenzug zu Chebas hervorragener Fremdenfuehrung haben wir sie in die feine Kueche der amerikanisch-mexikanischen Fastfoodkette Tacobell eingefuehrt. Wenn Cheba also als kleine Kugel wieder zurueck kommt, haben wir unseren Teil dazu beigetragen  Um sie nicht ganz zu verderben, haben wir Cheba nach 3 Tagen wieder sich selbst ueberlassen. Denn irgendwann muessen wir ja auch mal wieder zurueck nach Kanada.

Unser Weg fuehrte uns entlang des Pacific Coast Highways nach Los Angeles ueber Traumorte wie Laguna Beach und Newport Beach (aus dem Fernsehen bekannt ;). Und wie sollte es auch anders sein: Louise und Renee haben sich sogleich in die gigantischen Wellen gestuerzt! Das ganze haben wir mit unserer tollen Unterwassereinwegkamera dokumentiert.

Nach dieser anstrengenden Fahrt von Strand zu Strand haben wir uns in Venice Beach (noch ein Strand!) bei Nils und seiner Familie einquartiert. Bekannte, bei denen Renee schon den letzten Sommer verbracht hat. Schon ortskundig konnte sie Louise alles Sehenswerte um Los Angeles zeigen. Auf dem Plan standen: Santa Monica und das leckere Eis dort, Beverly Hills, der Walk of Fame und die Hand- und Fussabdruecke auf dem Hollywoodboulevard. Leider blieb uns nicht sehr viel Zeit, da wir uns schon wieder ein neues Ziel gesetzt hatten…

…Las Vegas! Kurz vor der ersehnten Stadt noch in dunkelster Finsternis wurden wir nach dem naechsten Huegel auf einmal von einem gleissend hellen Lichtermeer geblendet. Es war ueberwaeltigend! Ein Casino folgte dem naechsten, riesengrosse Hotels soweit das Auge reichte und ueberall leuchtende Sehenswuerdigkeiten von der ganzen Welt. Den Moeglichkieten sind hier keine Grenzen gesetzt, seien es nun Loewen in der Hotellobby oder explodierende Springbrunnen, Las Vegas hat alles zu bieten. Bei Madame Tussauds trafen wir gleich noch Beruehmtheiten wie Johny Depp und Elton John. Von dem vielen Geld, das wir an den einarmigen Banditen und Roulettetisch erwirtschaftet haben, werden wir nun den Rest unseres Lebens in Saus und Braus leben koennen. Beim Strip Poker gewinnt man ja leider kein Geld, aber ein paar Unterhosen mehr koennen ja auch nicht schaden. Wir haben jetzt leider ueberall Hausverbot, da sich Las Vegas erstmal finanziell von uns erholen muss.

Da dachten wir uns, es wird Zeit mal wieder einen Blick nach Kanada zu werfen und ehe wir uns versahen waren wir auch schon wieder in Vancouver. Dort wurden wir ganz herzlich von der Familie aufgenommen, deren Adresse wir missbraucht haben um unsere Sozialversicherungsnummern zu erhalten. So steht uns und der Suche nach einem erfolgreichen Job nichts mehr im Wege. Nicht, dass wir das noetig haetten, aber Faulheit ist einfach nicht unser Ding.

Wir hoffen, der Informationsueberfluss ueberfordert euch nicht. Die Hauptaussage bleibt immer noch: Uns gehts blendend. :D Noch Fragen?

Donnerstag, 18. September 2008

schlaflos in Seattle, hellwach in San Francisco



Einiges hat sich getan seit unserem letzten Newsupdate! Der Reihenfolge nach...
Surfen! Da wir ja so unglaublich sparsam sind, haben wir das Geld fuer einen ausgesprochen teuren Surfkurs von laeppischen 2 stunden gespart und uns stattdessen einfach ein Surfbrett plus Neoprenanzug fuer 6 stunden im naechstbesten Surfshop ausgeliehen! jahaa, so einfach geht das und da wir ja Naturtalente in jeglicher Hinsicht sind, hat uns das bisschen "auf dem Brett stehen" keine Muehen bereitet. Die Fotos sprechen wohl fuer sich ;) Das gesparte Geld haben wir sogleich wieder investiert und zwar in eine Hot Springs-Tour, vergleichbar mit nem Jacuzzi, blos natuerlich und stinkend - hat erinnerungen an die Dusche auf Hornby geweckt :) Auf dem Rueckweg hatte unser Miniboot allerdings ne kleine Panne, da hatte sich anscheinend irgendwas oder irgendwer in der Schiffsschraube verfangen. Unser attraktiver Skipper Adrian konnte das Problem leider auch nicht beheben. Nach 2 Stunden kam dann endlich Rettung in Form eines Speedboats. In roten Teletubbykostuemen wurden wir dann in Windeseile zum Hafen zurueckgebracht.

Tofino wurde dann aber doch bald langweilig und kurzerhand beschlossen wir, nach Amerika aufzubrechen - rein ins Auto, auf die Faehre, ueber die Grenze und schwupp - waren wir auch schon in Seattle! Kaum angekommen, fanden wir uns auch schon gegenueber der Weltraumnadel ( Space Needle) wieder und kurz darauf im Nadeleigenen Souvenirshop! Ueberwaeltigt von der glanzvollen Schoenheit der Seattler Nachtlichter legten wir uns ein wenig abseits der Stadt schlafen. Die naechsten 2 Tage verbrachten wir mit Sightseeing und Kultur, vom Pike Place Market mit schmackhaften Leckereien ueberall zum Kosten, ueber Schlendertouren durch Downtown Seattle und abenteuerlichen Geisterfahrten in Einbahnstrassen bis hin zum Kinobesuch von Dark Knight im hiesigen IMAX, woha!

Doch schon bald packte uns wieder die Reiselust - die Spannung auf der 14stuendigen Fahrt nach San Francisco war kaum auszuhalten - nach ca. 1400 Kilometern ununterbrochenem Durchtreten des Gaspedals kamen wir gegen Mitternacht voellig erschoepft in einem Vorort von San Francisco an. Satte 9 Stunden Schlaf und wir waren fit fuer die City - noch schnell ein Kaeffchen und ne Schokimilch bei McDonalds geschluerft und knackige 4 dollar fuer die Ueberfahrt ueber die Bay Bridge hingeblaettert - schon waren wir mitten in der kalifornischen Grossstadt! Da sind wir nun! endlich. Und jetzt ist wieder Sightseeing angesagt!

Ciao!